1947-2007 - 60 Jahre Geschichte des Steuerberaterverbandes Schleswig-Holstein
Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Deutschland in vier Besatzungszonen geteilt. Schleswig-Holstein gehört zur britischen Zone. Das Steuerrecht wird in den verschiedenen Besatzungszonen unterschiedlich geregelt. Eine zentrale Steuerverwaltung für ganz Deutschland gibt es nicht. Die Abgabenordnung von 1935 gilt allerdings fast unverändert weiter. Zur Steuerberatung sind nach wie vor neben den Rechtsanwälten die Steuerberater, die Wirtschaftsprüfer und die Helfer in Steuersachen befugt. Letztere sind nur für den Bereich eines Finanzamtsbezirks zugelassen.
1947 Berufsangehörige in Lübeck und im Laboer Kreis schließen sich am 1. Oktober zum "Verband der Buchsachverständigen und Helfer in Steuersachen" mit Sitz in Lübeck zusammen. Sie wählen Georg Tschuschke zu ihrem Vorsitzenden.
1948 In der Folgezeit entstehen in ganz Schleswig-Holstein Ortsstellen des Verbandes.
1951 Flensburg und Pinneberg gründen eigene Berufsverbände.
1957 Heinrich Altmann, Kiel, wird neuer Vorsitzender des Verbandes.
1960 Hans Oster aus Kappeln wird zum Vorsitzenden gewählt. Der Verband erhält einen neuen Namen, der sein berufspolitisches Programm besser zum Ausdruck bringen soll: „Verband des steuer- und wirtschaftsberatenden Berufs“.
1961 Die Forderung nach einer von den Finanzämtern unabhängigen Berufsaufsicht führt nach langen Auseinandersetzungen mit dem Gesetzgeber zur Schaffung von zwei Berufskammern: Am 24.11.1961 wird die Kammer der Steuerbevollmächtigten Schleswig-Holstein gegründet, in der die bisherigen Helfer in Steuersachen zusammen gefasst sind. Ihr erster Präsident wird Hans Oster. Gleichzeitig wird die Steuerberaterkammer gegründet. Beide Kammern sind Körperschaften des öffentlichen Rechts. Ihnen allein obliegt nun die Berufsaufsicht über die jeweiligen Berufsträger, während der Verband die berufspolitischen Interessen vertritt. Nachfolger von Hans Oster als Verbandsvorsitzender wird Albert Mohr, Kiel.
1962 Das "Steuerberatungsgesetz" vereinheitlicht bundesweit das Recht der Steuerberatung. Die jahrzehntelangen Bemühungen der Verbände um eine Zusammenführung der beiden Berufsteile zum Einheitsberuf Steuerberater haben endlich Erfolg.
1963 Die Kreisverbände Flensburg und Pinneberg schließen sich dem Verband Schleswig-Holstein wieder an.
1967 An die Stelle der kumulativen Allphasen-Umsatzsteuer tritt eine völlig neu gestaltete Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) und beschleunigt den Einzug der EDV in die Steuerkanzleien fast schlagartig. Die Datev setzt sich als Rechenzentrum in ganz Deutschland durch.
1969 Die zwei wichtigsten, mitgliederstärksten bundesweit tätigen berufs-politischen Organisationen schließen sich zum "Bundesverband der Steuerberater und Steuerbevollmächtigten" zusammen.
Der Verband Schleswig-Holstein ruft ein eigenes Bildungsinstitut ins Leben. Studiumsleiter wird Otto Padberg, Neumünster.
1972 Das zweite Steuerberatungsgesetz präzisiert die Zugangs- und Vorbildungsvoraussetzungen für den Beruf des Steuerberaters neu. Ein Hochschulabschluss wird die Regel, die durch einen zweiten Ausbildungsweg über langjährige praktische Tätigkeit ergänzt wird. Nach 10-jähriger Übergangszeit erlischt der Zugang zum Beruf des Steuerbevollmächtigten. Übergangsprüfungen ebnen diesen Berufsträgern den Weg zum Steuerberater.
1975 Der Bundesverband wird umbenannt und nun als "Deutscher Steuerberaterverband e.V." in das Vereinsregister eingetragen.
1979 Nach 17 Jahren tritt Albert Mohr altershalber nicht mehr zur Wahl des Vorsitzenden an. Die Mitgliederversammlung wählt einen neuen Vorsitzenden, Günter Beuck, Itzehoe, und wählt Albert Mohr zum Ehrenvorsitzenden.
Erstmals wird eine eigenständige Verbandsgeschäftsstelle mit Geschäftsführer in Kiel installiert, da der Vorstand des Verbands seine wachsenden Aufgaben nicht länger ausschließlich ehrenamtlich wahrnehmen kann.
Erster Geschäftsführer wird Rüdiger Kaben.
1981 Am 17.12.1981 wird nach jahrelanger Vorarbeit die Steuerberatergebührenverordnung (StBGebV) im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Wechsel in der Geschäftsstelle des Verbandes:
Helga Hein, Neumünster, wird Geschäftsführerin.
1985 Der Verband erhält seinen heute gültigen Namen "Steuerberaterverband Schleswig-Holstein e.V. - Verband des steuer- und wirtschaftsberatenden Berufs". Günter Beuck gibt den Verbandsvorsitz aus persönlichen Gründen ab. Neuer Vorsitzender wird Johann Lorenzen, Leck.
1989 Beginn des neuen Ausbildungsgangs zur Steuerfachwirtin/zum Steuerfachwirt - 1991 findet die erste Prüfung statt.
1991 Neuwahl des Verbandsvorsitzes: Mit Ingrid Lenk, Ratzeburg, steht von nun an eine Frau an der Spitze des Verbandes.
1996 Die Satzungsversammlung der Bundessteuerberaterkammer erarbeitet die neue Berufsordnung, welche die bisherigen „Standesrichtlinien“ ersetzt.
1997 Das 50-jährige Jubiläum des Steuerberaterverbandes Schleswig-Holstein wird gebührend gefeiert. Die Geschäftsstelle bezieht neue Geschäftsräume.
2003 Die Verbandsnachrichten werden noch einmal vollkommen umgestaltet.
Neuwahl: nach 12 Jahren kandidiert Ingrid Lenk nicht wieder für den Verbandsvorsitz. Neuer Vorsitzender wird Lars-Michael Lanbin aus Neustadt.
2005 Nach 25 Jahren als Geschäftsführerin wird Helga Hein in den Ruhestand verabschiedet. Die neue Geschäftsführerin Dipl.-Finw. (FH) Maike Neelsen, geb. Rohwer, Steuerberaterin, führt die Arbeit weiter.
2007 60 Jahre Steuerberaterverband wird gefeiert - im Rahmen der Jahreshauptversammlung in St. Michaelisdonn.
2009 Die Geschäftsstelle zieht um in neue Räumlichkeiten in den Germania Arkaden in Kiel und nutz erstmalig einen eigenen Seminarraum.
Steuerberaterverband Schleswig-Holstein e.V. · Willy-Brandt-Ufer 10 · 24143 Kiel · Telefon: (04 31) 9 97 97-0 · Fax: (04 31) 9 97 97-17
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